Meine sehr verehrten Damen, meine Herren, liebe Sportfreunde,
als Rolf Danuschewske mich vor Wochen fragte ob ich bereit sei, eine Ehrung bei einer SSC-Feier durchzuführen, habe ich selbstverständlich zugestimmt. Denn es ist ja eine ehrenvolle Aufgabe und auch sehr angenehm, einer verdienten engagierten Person Anerkennung und Lob auszusprechen und dies mit Worten des Dankes zu verbinden. In einem weiteren Gespräch vor einigen Tagen habe ich dann erfahren, dass es nicht ein zu Ehrender ist, sondern elf zu Ehrende sind, die für jeweils mehr als 20 Jahre besonders Engagement im SSC geehrt werden sollen und zwar bei der Jahresabschlussfeier der Leichtathleten.
11 verdiente Frauen und Männer, die zusammen 266 Jahre ehrenamtlich für ihren, für unseren SSC mit heute mehr als 700 Mitgliedern gearbeitet haben. Doch die Zeitvorgabe, die ich erhalten habe, musste knapp bemessen sein, da die Leichtathletikabteilung ihren Jahresabschluss mit einer großen Zahl von Sportlerehrungen feiern wird. Da passen langwierige und steife Ehrungen mit ausgedehnten Laudatien nicht ins Bild.
Meine Aufgabe ist es 11 Frauen und Männer zu ehren, die sich – wie bereits erwähnt – seit mehr als 20 Jahren für den Sport, für die Kinder und Jugendlichen, für den Erwachsenen- und Wettkampfsport oder und als sogenannte „Funktionäre“ im Vorstand des SSC einsetzen und arbeiten. Meine Darlegungen erfolgen daher nicht ausführlich und nicht sehr auf den Einzelnen ausgerichtet, sondern mehr allgemein und nur in Ansätzen personenbezogen. Nach den oben genannten Vorgaben war dieser Kompromiss unumgänglich und ich bitte die zu Ehrenden bereits an dieser Stelle um Nachsicht, wenn ich ihr besonderes Engagement und ihre besonderen Verdienste um den SSC teilweise nur anreißen kann.
Ich werde einige Ereignisse, einige Veranstaltungen aus der Entwicklung des SSC ansprechen und dabei das Engagement der zu ehrenden Sportfreunde herausstellen:
Als der SSC am 17.12.1973 von 19 Lehrern, Eltern und Schülern der GSA gegründet wurde, waren die Startvoraussetzungen für eine erfolgreiche Vereinsarbeit sehr ambivalent. Auf der einen Seite konnten Lehrer der Schule bewegungsfreudige und bewegungstalentierte SchülerInnen dem Verein zuführen, auf der anderen Seite gab es in Vellmar zu wenig Übungsstätten und Trainingszeiten. Zudem beargwöhnten die etablierten Vellmarer Vereine den neuen Verein als Konkurrenten bezüglich des Nachwuchses und bei der Zuteilung der sowieso knappen Übungszeiten. Trotz dieser zum Teil widrigen äußeren Voraussetzungen entwickelte sich der SSC mit seinen Abteilungen Leichtathletik, Volleyball und Schwimmen sehr positiv. Die Zahl der Mitglieder – vor allem die der aktiven Mitglieder – wuchs schnell und ständig an und hatte nach drei Jahren schon die Zahl 353 erreicht und, das ist wichtig: Der SSC „lebt“, d.h. man trainiert in vielen Gruppen, meldet Teilnehmer und Mannschaften zu Wettkämpfen, man erzielt viele schöne sportliche Erfolge und entwickelt ein fröhliches, soziales Miteinander, einen optimistischen Vereinsgeist. Eltern helfen bei Sportveranstaltungen, organisieren und gestalten Vereinsfeiern mit.
Jürgen Brendel ab 1976 und Dieter Hausotter ab 1975 engagieren sich als Trainer und haben an den frühen Erfolgen des Vereines einen erheblichen Anteil. Wenn man weiß, dass beide heute noch als Trainer tätig sind, kann man leicht ausrechnen, dass sie nun schon seit 30 bzw. 31 Jahren dieses interessante und zum Teil auch schwere Amt eines Trainers ausüben. Darüber hinaus hat sich Jürgen Brendel als Sportwart und stellvertretender Abteilungsleiter Volleyball engagiert und
Dieter Hausotter – er war zwar nie ein offizieller Funktionär – aber in der Aufbauphase des Vereines über viele Jahre der „heimliche Abteilungsleiter der Leichtathleten“, der die Abteilung inhaltlich und organisatorisch entscheidend prägte. Daneben hat er mit seinen persönlichen sportlichen Erfolgen und den Erfolgen seiner Schützlinge zum Renomée des Vereines beigetragen. Beiden Herren hierzu herzlichen Glückwunsch und vor allem herzlichen Dank.
Nach der teilweise schwierigen und dennoch sehr erfolgreichen Aufbauphase des SSC begann eine „Optimierungsphase“. Die inzwischen fertiggestellte zentrale Sportanlage mit Leichtathletikanlagen und die neue 4-Felder-Halle der GSA boten gute und vielfältige Übungs- und Trainingsmöglichkeiten. Auch für die Schwimmer verbesserten sich durch zusätzliche Trainingszeiten im Hallenbad die Bedingungen. Die Folgen waren: Ansteigende Mitgliederzahlen (vor allem Kinder und Jugendliche) (1983: 600 Mitglieder) – viele Übungs- und Trainingsgruppen – eine Fülle von guten und sehr guten Einzel- und Mannschaftserfolgen stellte sich ein – die Zahl der Kreis- und Bezirksmeister lag im zweistelligen Bereich – Landesmeister, Südwestdeutsche Meister, deutsche Vizemeister und Deutsche Meister und die Teilnahme an Europa- und Weltmeisterschaften und den Olympischen Spielen kamen hinzu.
Dies war natürlich nur durch zahlreiche zusätzliche Trainer und Betreuer sowie mit einem aktiven und weitsichtigen Vorstand möglich. In diesem Zusammenhang kommen zwei Dreiergruppen von Damen und Herren in den Blickpunkt, die o.a. Erfolge ermöglicht haben.
In der Abteilung Leichtathletik sind dies Monika Woog, Carmen Trechsler und Inge Trechsler:
Monika Woog seit 1979 Mitglied, seit 1981 bis heute Trainerin bei den 5-10jährigen Kindern. Fast alle späteren aktiven und erfolgreichen Leichtathletinnen und Athleten haben bei ihr das ABC der Leichtathletik gelernt. Für 24 Jahre engagierte und erfolgreiche Übungsleitertätigkeit, die immer mit viel pädagogischem Einfühlungsvermögen und mit viel Herz ausgeführt worden ist, gratulieren und danken wir Monika Woog ganz herzlich.
Carmen Trechsler, Mitglied seit 1978, sehr erfolgreiche Leichtathletin und Trainerin seit 1985 bis heute, gehört ebenfalls zu den Säulen der Leichtathletikabteilung. Carmen Trechsler gibt ihre Begeisterung für den Sport und ihre Erfahrung an viele Jugendliche weiter und erzielte vor kurzem wieder einmal eine Aufsehen erregende Leistung mit einem von ihr mittrainierten Schützling, der als A-Schüler 6,28m weit gesprungen ist – das lässt auf mehr hoffen – weiter so Carmen Trechsler! Es darf auch nicht vergessen werden drauf hinzuweisen, dass Carmen seit 1994 Sportwartin und seit 2003 Zweite Vorsitzende des SSC ist. Herzlichen Glückwunsch und Dankeschön!
Inge Trechsler, Mitglied seit 1981, Schriftführerin von 1983-1990 und 1996, stellvertretende Abteilungsleiterin Leichtathletik von 1984 – 1990 und Abteilungsleiterin Leichtathletik von 1990 bis heute!
Wahrlich! Ein stolzes Programm. Eine solche Leistung verdient nicht nur Dank sondern auch Bewunderung. Inge, Du erhältst heute eine Ehrenurkunde und die goldene Vereinsnadel für 23 Jahre ehrenamtliches Engagement und wenn es die Ehrenordnung des Vereines hergäbe, solltest Du zusätzlich zur Miss(es) Leichtathletik ernannt werden. Glückwunsch und ein herzliches Dankeschön!
Die zweite Dreiergruppe sind drei Herren der Volleyballabteilung. Es sind Josef Doman, Gerhard und Roland Löber. Ich erinnere mich noch sehr genau an ein Gespräch mit Rolf Danuschewske Anfang der 80er Jahre. Rolf sagte: Wir haben jetzt einen Spitzentrainer für die Volleyball-Jugendmannschaften gewonnen. Es ist
„Beppo“ Doman – ehemaliger tschechischer Nationalspieler. Beppo Doman ist seit 1980 bis heute, also seit 26 Jahren Trainer verschiedener Schüler- und Jugendmannschaften des SSC. Durch seine Kompetenz, seine Erfahrung und seine ruhige und beständige Art hat er vielen Jugendlichen unseres Vereines viel geben können. Die Erfolge – zahlreiche Meisterschaften und Turniersiege – belegen dieses. Josef Doman, wir gratulieren und danken für 26 Jahre treue und er- folgreiche Trainertätigkeit.
Wenn man in Vellmar über Volleyball spricht, fallen auch immer sofort die Namen
Roland und Gerhard Löber. Mitglieder im SSC seit 1984 bzw. 85, beide Trainer mit A-Lizenz, beide Erfolgstrainer verschiedener Jugend-, Frauen- und Herrenmannschaften und, was sehr wichtig ist, Bindeglied zwischen Schule und Verein. Beide sind über das Landesförderprogramm „Schule + Verein“ als Lehrer an die GSA gekommen, haben in Vellmar und Ahnatal Talentsichtung, Talentaufbau und Talentförderung betrieben und mit Schul – und Vereinsmannschaften hervorragende Erfolge erzielt – bis hin zu Deutschen Vizemeisterschaft in Berlin. Volleyball im SSC und Roland + Gerhard Löber gehören eng zusammen. Für ihr 21-jähriges Trainerengagement sagen wir Dank und hoffen, dass sie dem Volleyball und dem SSC noch lange verbunden bleiben.
... und dann waren es nur noch drei... Diese drei Herren, die heute ebenfalls für über 20jähriges Engagement geehrt werden, sind Reinald Gnielinski, Siegfried Kopperschmidt und Rolf Danuschewske. Diese drei Sportfreunde sind primär keiner Abteilung zuzuordnen, sie sind Vorstandsmitglieder, die dem Verein in seiner Gesamtheit viel gegeben haben – jeder auf sein Art.
Reinald Gnielinski offiziell Pressewart des SSC, faktisch Rechtsberater und Rechtsbeistand wann immer es nötig war oder ist. Ein Verein lässt sich heute nicht mehr wie vor 50 Jahren mit nur Einsatz, gutem Willen und gesundem Menschenverstand
leiten. Ein Verein ist heute wie ein kleinerer/mittlerer Betrieb zu führen. Rechtliche Fragen (nicht nur Satzung und Ehrenordnung etc) sind bei vielen Entscheidungen zu bedenken.
Da ist es gut, einen erfahrenen Rechtsanwalt und Notar im eigenen Verein zu haben, der, wenn nötig, den Vorstand berät (und keine Honorarrechnung schickt). Aber nicht nur Rechtsberatung, sondern auch Rechtsbeistand ist schon von Nöten gewesen. Wir sind zwar keine Streithansel, aber um mit Schiller zu sprechen „Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt...“. Reinald Gnielinski hat den Vorstand in einigen Rechtsstreitigkeiten erfolgreich vertreten. Wir hoffen zwar in der Zukunft auf Rechtsbeistand nicht angewiesen zu sein, aber die Rechtsberatung hoffen wir auch noch länger als die bisherigen 23 Jahre in Anspruch nehmen zu dürfen. Dafür sagen wir ein herzliches Dankeschön „der grauen Eminenz im Hintergrund“.
Und nun zu „unserem
Siegfried Kopperschmidt“. Entschuldige lieber Sigi, wenn ich diese vertrauliche Anrede „unser Siegfried Kopperschmidt“ wähle, aber ich glaube, dass es den allermeisten Mitgliedern so geht wie mir. Wir schätzen Deine hervorragende Vorstandsarbeit als Kassenwart, wir mögen Deine freundliche und hilfsbereite Art und wir bewundern wie Du Deine Ehrenämter alle unter einen Hut bekommst. Siegfried Kopperschmidt Mitglied und Kassenwart seit 1981. Siegfried ist nicht nur 1. Kassierer, sondern auch Kassenwart, eine sehr anspruchsvolle, sehr arbeitsintensive und sehr verantwortungsvolle Aufgabe. Ich kann mich an keine Vorstandssitzung erinnern, bei der er nicht die aktuellen und korrekten Zahlen für die Beratungen zur Verfügung stellen konnte (früher per Hand ermittelt – heute mit moderner PC-Software). Auf dieser soliden Grundlage ließen sich Entscheidungen diskutieren und treffen, die für die wirtschaftliche und sportliche Entwicklung des Vereins entscheidend waren und sind. Lieber Sigi, ein ganz dickes Lob, ein herzliches Dankeschön und ich sage: Der SSC kann sich glücklich schätzen solch’ einen qualifizierten und engagierten Kassenwart zu haben.
Und nun zu
Rolf Danuschewske, unserem Vereinsvorsitzenden seit dem 4.12.1980, also seit mehr als 25 Jahren. Rolf Danuschewske ein Sportfreund und Sportförderer par excelence. Im Schüleralter als Turner gestartet über die Leichtathletik zum Handball gekommen und dort bei TURO Düsseldorf in der 1. Herrenmannschaft – heute vergleichsweise 2. Bundesliga – gespielt. Schon damals genügte es ihm nicht, nur selbst sportlich aktiv zu sein, nein er trainierte auch verschiedene Handballjugendmannschaften. Als ihn seine arbeitsintensive berufliche Tätigkeit im Außendienst in der Stahlbranche 1967 nach Nordhessen verschlug und seine junge Familie und der Hausbau seine sowieso knappe Freizeit völlig in Anspruch nahmen, musste er nolens volens eine „Sportpause“ einlegen. Doch als seine beiden Söhne in den SSC eintraten, wurde Rolf „rückfällig“. Im September 1979 wurde er SSC-Mitglied und im Frühjahr 1980 Sportwart. Bereits im Dezember 1980 wählte man Rolf zum 1. Vorsitzenden, nachdem der bis dahin amtierende Vorsitzende wegen
Meinungsverschiedenheiten im Vorstand die „Brocken hingeworfen“ hatte. Typisch Rolf Danuschewske – wenn man ihn braucht – ist er da, er kann und will nicht „nein“ sagen. Neinsager gibt es genug, sagt er, man muss sich auch für die Gemeinschaft, für den Staat engagieren. Ich habe Rolf oft John F. Kennedy zitieren hören, der gesagt hat: Frage nicht was die Gesellschaft für dich tut, was tust du für die Gesellschaft... Rolf tat und tut was für den SSC, er tut etwas für unsere Gesellschaft – er krempelt oft die Hemdsärmel hoch – nicht nur faktisch, sondern auch sprichwörtlich. Er knüpft Kontakte – im Verein – mit anderen Sportvereinen – mit Stadt und Landkreis – immer mit dem Ziel, durch Verbesserung der Bedingungen den Sport und den SSC weiterzuentwickeln und vor allem die Jugend zu fördern. Dabei helfen ihm seine Dynamik, seine Kontaktfreudigkeit und sein umkomplizierter direkter Charme. In den 25 Jahren seiner Amtszeit ist der SSC zu einem Verein geworden, der in Vellmar fest verankert ist, der hervorragende Sportförderung betreibt – vor allem im Kinder- und Jugendbereich - und dafür nicht nur in unserer Region bekannt ist. Geholfen haben ihm dabei die vorher gewürdigten Frauen und Männer, es ist ihr gemeinsamer Erfolg. Aber ohne Rolf Danuschewske wäre der SSC Vellmar nicht das, was er heute ist: Ein gut geführter Sportverein mit vielen Erfolgen und Vitalität! Rolf, wir gratulieren und danken Dir ganz herzlich für mehr als 25 Jahre Engagement für den SSC!