Die Deutsche Meisterschaft im Wurf-Mehrkampf ist ein fester Bestandteil der Steinbären im Wettkampfkalender. Von Freitag auf Samstag brasselte ein heftiges Unwetter hernieder, was die zuvor super hergerichteten Anlagen förmlich überschwemmte, so dass am Samstag Morgen der Beginn des Wettkampfes bereits um 1 Std. nach hinten verschoben werden musste. Der Ausrichter hatte alle Hände voll zu tun die Anlagen von den Wassermassen zu befreien, um 09.30 Uhr startete Carmen Krug in der W45 als einigzige SSCerin an diesem Samstag in die Meisterschaft. Start mit dem Diskus und guten 31.91m, der Speer flog über 23m, genau auf 23.19m, das Gewicht 9.08kg auf 11.83m und der Hammer landete bei 37.40m. Etwas schwer tat sie sich mit der Kugel, im dritten Durchgang dann eine stabile Weite mit 10.60m. Es war ein spannender Wettkampf den sie sich mit Dagmar Suhling vom TuS Huchting lieferte. Vier Disziplinen lag Carmen vor Dagmar, dann kam der Speerwurf wo Dagmar 10m Vorsprung hatte, dies entschied dann letztlich über Platz zwei und drei. Carmen gewann nach Triple-Silber diesmal BRONZE, steigerte sich um mehr als 200 Pkt. und beendete den Wettkampf mit starken 3.483 Pkt., eine neue persönliche Punktzahl.
Am Sonntag ergänzten früh morgens um 08.30 Uhr Karin Reitemeier und Sabine Nies, beide W50 sowie Hartmut Nuschke M60 das SSC-Team. Um 13.30 Uhr starteten dann Reiner Riedel und Falk Treiber beide M50, die gemeinsam mit Hartmut eine Mannschaft bildeten.
Die erste Disziplin bei Sabine und Karin das Speerwerfen (500g), eine kleine Zitterpartie. Sabine überraschte mit 22.84m, bei Karin hakte es beim Abwurf, 23.65m gingen in die Wertung und zunächst ein kleiner Dämpfer fürs Gemüt, denn Karin kann deutlich weiter werfen. Es ging zum Gewicht, da gab es für beide eine persönliche Bestweite Karin 11.78m/Sabine 9.46m. Das ging gut los und sollte nach der ursprünglichen Reihenfolge eigtl. mit Hammer weiter gehen, aber es wurde kurzfristig umdisponiert und so ging es zum Diskuswurf. Für Sabine kam diese Umsortierung zu schnell, sie konnte sich nicht so recht auf die neue Situation einstellen, der Kopf schlug Purzelbäume und es kam, was nicht passieren sollte, ein Salto Nullo bei ihrer Paradisziplin, da war der Frust natürlich groß. Auch Karin zitterte vor dem 1. Durchgang und pustete kräftig durch, als der Diskus im Feld landete, mit ihrer Endweite von 24.21m war sie im Soll. Es ging weiter zum Kugelstoßen, Sabine blieb etwas unter Wert, über 7m hatte sie sich gewünscht und auch schon gestoßen, 6.83m wurden notiert. Karin kam nah an die 10m-Linie ran, 9.84m brachten 688 Pkt. Zum Abschluss das Hammerwerfen, die Lieblingsdisziplin unserer Leichtgewichte. Karin erwischte beim Einwurf einen tollen Wurf, der ihr im Wettkampf nicht mehr gelang. Aber um Platz zwei und drei war bis zum 3. Wurf noch alles drin, hier lieferten sich Karin und Ute Pham vom SV Motor Großenhain ein Duell. Karin hatte im Vorfeld mit Bronze geliebäugelt wenn alles klappt, aber selbst nach Speer war dies für sie gedanklich in weite Ferne gerückt. Im dritten Durchgang noch einmal mit Risiko geworfen, technisch unsauber aber immerhin die zweitbeste Weite von allen 15 Starterinnen mit 36.22m. Für Sabine wurde eine Weite von 26.39m vermessen, der letzte Versuch war noch ein bissel weiter, aber leider knapp aus. Mitgereiste SSCer um Hendrik mit Papa Klaus schielten voller Erwartung bereits auf die Ergebnisliste und verkündeten strahlend den Silberplatz von Karin. Das war ein Hammer und Karin musste schon kräftig geschüttelt werden, um es zu glauben. Karin kam auf 3.269 Pkt., Platz drei an Ute Pham mit 3.215 Pkt. Das haben unsere beiden richtig prima gemacht, auch wenn Sabine mehr als traurig war. Insgesamt konnte sie drei persönliche Bestleistungen verbuchen, Speer, Gewicht und knackte die Schallmauer mit 2.058 Pkt., zudem steigerte sie zum Vorjahr ihre Punktzahl um mehr als 400 Pkt. Hoffen wir, dass sie ihr Diskustrauma bald überwindet und gute und gültige Weiten auch gleich in den ersten drei Versuchen hinbekommt, denn sie kann es.
Hartmut Nuschke M60 griff nach einer verletzungsbedingten Auszeit im letzten Jahr in diesem Jahr wieder an. Erstaunlich, hat er seine Karriere doch schon fast an den Nagel hängen wollen. Zur Freude aller hat er es nicht getan und wieder Vertrauen in sein Knie gewonnen. Das er vorne nicht ganz eingreifen würde war klar, denn beim Kugelstoßen geht’s nur aus dem Stand und beim Speerwurf fehlt die Dynamik des Anlaufes. Hartmut mischte aber gut mit. Er startete seinen Wettkampf mit dem Hammer, seiner Paradedisziplin. 45,15m und 827 Pkt. kamen in die Wertung, er hätte gerne weiter geworfen, aber morgens um 08.30 Uhr ist auch eine ungeliebte Wurfzeit. Die Kugel flog auf 9.25m, wie gesagt, hier muss er Abstriche machen. Dann eine gute Leistung beim Diskuswerfen mit 34.48m, das passte wieder. Der Speer, eh nicht Hartmut´s Lieblingsgerät, konnte mit 23.73m vermessen werden, hierfür gibt es dann auch bekanntlich nicht so viele Pünktchen, 349 wurden zum Ergebnis addiert. Zum Schluss noch einmal eine tolle Weite mit dem Gewicht und 17.62m. Das war prima und bescherte Hartmut in einem Mammutfeld 3.280 Pkt. und Platz 6. Da war er gar nicht so weit weg von seinem Ergebnis aus 2015 mit 3.366 Pkt. Und er freute sich am Ende des Tages sehr über seine Wurfmädels.
Weiteres folgt!