
Doppelsieger Sven Eichel überragt mit 7,07m im Weitsprung
Malin Brietzke U18 sichert sich Dreisprungtitel mit starken 11,29m
Sharin Oziegbe W14 siegt mit superstarken 5,50m im Weitsprung
Charlotte Bomert U20 (16) überraschend Hürden-Zweite in prima 9,01s
Jungen- und Mädchenstaffel U20 mit Silber und Bronze.
Neun Medaillen bei einer Hessischen Meisterschaft – wann hat es das für den SSC schon mal (außer bei den Senioren) gegeben? Nach den so erfreulichen Hessischen Hallenmeisterschaften der B-Jugend (U18) und Männer/Frauen am vergangenen Wochenende in Hanau toppten wir dieses Ergebnis bei den Meisterschaften der A-Jugend (U20) und U16 in Frankfurt/M-Kalbach. Die Fahrten zur Frankfurter Halle und zurück gestalteten sich wegen der schlechten Wetterverhältnisse recht schwierig – kein Vorteil für unsere Athleten.
Doch nun zu den Wettkämpfen:
Sven Eichel (U20) schoss den Vogel ab. Bereits am ersten Tag sicherte er sich den Dreisprungtitel total überlegen mit guten 13,87m. Das war der 16. Landestitel für Sven. Doch noch erfreulicher verlief der nächste Tag. In der Halle hatte Sven beim Weitsprung schon oft an der 7m Marke gekratzt, doch hervorragende Versuche waren jeweils übergetreten. Frankfurt erlebte Svens ersten 7m Sprung. Nach dem 3. Versuch lag er mit hervorragenden 6,89m an Position 3, im 5. Versuch 6,91m weitengleich mit dem Führenden. Dabei hatte Sven nicht einmal den Balken getroffen. Vier Sprünge bis zu Versuch Nr. 5 waren etwa 7m weit, doch immer wurden etwa 20cm verschenkt. Dann beim letzten Versuch noch einmal volle Konzentration – dynamischer Anlauf, kraftvoller Absprung und eine Landung jenseits der 7m. Jubel, als die Anzeige 7,07m zeigte – und der 17. Landestitel war gesichert.

Nach Christopher Hödl ist Sven der zweite SSC-Athlet, dem ein Sprung über die 7m gelang. Ein tolles Ding und Norm für die „Deutschen“. In der soeben aktualisierten Deutschen Bestenliste finden wir Sven im Weitsprung an 8. Stelle und im Dreisprung auf Rang 10. Als Schlussläufer der 4x200m Staffel dann noch als Vizemeister die dritte Medaille.
Malin Brietzke (U20) machte es Sven beim Dreisprung nach. Titelgewinn mit starken 11,29m, wobei die Landung bei diesem Sprung nicht optimal war. Natürlich Freude pur, hatte Malin doch im Vorfeld gesundheitliche Probleme und einen längeren Trainingsausfall durch eine Grippe, außerdem verknackste sie sich vor 2 Wochen den Knöchel. Beim Weitsprung klappte es dann nicht optimal, mit 5,13m wurde sie Achte. Malin lief in der 4x200m Staffel, die Bronze erkämpfte, die Startposition.
Sharin Oziegbe (W14) hat einen kompletten Medaillensatz erkämpft, zusätzlich lief sie im schnellen drittplatzierten Sprintquartett an zweiter Stelle. Beim Weitsprung landete die noch 13-Jährige bei hervorragenden 5,50m!, damit ist sie eine der besten deutschen Weitspringerinner ihrer Altersklasse. Selbst bei der U20 hätte das zur Vizemeisterschaft gereicht! Doch wie spannend verlief der Wettkampf. Zu Beginn ein gültiger Versuch (wie es sein sollte), und mit 5,20m war der Endkampf gesichert – obwohl Sharin ca. 35cm verschenkte. Bei allen weiteren Versuchen traf Sharin nicht den Balken, verbesserte sich trotzdem auf 5,34m. Im letzten Versuch steigerte sich ihre ärgste Gegnerin aus Stadtallendorf mit einem optimalen Versuch auf 5,37m und ging in Führung. Was nun? Vorgehen und versuchen, den Balken zu treffen? Wir entschieden uns anders. Anlauf wie bisher um ein Übertreten zu verhindern, und dann trotz möglichem Weitenverlust den Sieg anpeilen. Volle Konzentration, schneller Anlauf und energischer Absprung. Nicht optimal am Balken, doch Riesenfreude. 5,50m – so weit sprang Sharin mit Balken noch nie - brachten den hochklassigen Sieg.
Beim Hürdenlauf dreht ihre Gegnerin den Spieß um, fast hätte es für Sharin nicht zum Endlauf gereicht. Statt 7 Schritten zur ersten Hürde lief die SSCerin 9 Schritte. Ein kleines Wunder, dass sie nicht zu Fall kam. Trotzdem noch drittbeste Zeit im Vorlauf. Direkt nach dem Weitsprung dann der Endlauf. Bereits nach wenigen Metern lag Sharin nach einem schwachen Start 2m hinter der Spitze. Sie zündete dann den Turbo, lag hinter der letzen Hürde noch einen Meter zurück und hätte fast noch gewonnen. Nur 1/100s – das sind wenige cm - trennten sie vom Sieg. Dennoch ist die Zeit von 9.27s exzellent. Erst kürzlich verbesserte sie den Nordhessenrekord von 9.27s auf 9.23s. Sharin konnte es verschmerzen, der tolle Weitsprung ließ es vergessen. Medaille Nr. 3 beim Kugelstoßen (10,14m) – und auch noch Staffelbronze. Eine starke Vorstellung unserer Jüngsten.
Charlotte Bomert (U20) startete als B-Jugendliche (16) bei der A-Jugend. Erstmals lief sie die höheren A-Jugend Hürden – und wie.
Mit der drittschnellsten Vorlaufzeit 9.13s qualifizierte sie sich über die höheren Hürden für den Endlauf. Platz drei war angepeilt, doch nach einem hervorragenden und technisch starken Rennen und einer Verbesserung auf 9.01s lief Charlotte unerwartet gegen die ältere Konkurrenz auf Platz 2. Über die B-Jugendhürden lief sie am vorigen Wochenende mit 8.98s in die deutsche Hürdenspitze, hat auch die Norm für die deutsche A-Jugendmeisterschaft (U20).
Als Läuferin Nr. 3 hatte sie außerdem Anteil am schönen Erfolg der 4x200m Staffel. Beim Weitsprung lief es mit 5.04m nicht optimal.
Clara Friedrich (W15) verpasste
beim 60m Sprint mit 8.45s knapp den Endlauf.
Beim Kugelstoßen kämpfte sie um Edelmetall, und wurde nach einer starken Serie mit 10,76m gute, dennoch undankbare Vierte.
Zur Silbermedaille fehlten nur 30cm. Es geht aufwärts :-P
Cornelius Hottenrott (M15) lief im Vorlauf mit 9.61s über die 60m Hürden eine persönliche Bestleistung, an die er beim Hochsprung nicht ganz heran kam. Nach übersprungenen 1.63m war der 7. Platz gebongt.
Carolin Klupsch (U20) ist 15 Jahre und hatte im Hochsprung und im Hürdensprint die Norm zur Teilnahme.
Die Anfangshöhe von 1,50m überquerte Sie deutlich, danach war aber Schluss. Carolin kam nie richtig in den Wettkampf rein. Dann jedoch beim Hürdensprint wieder eine starke Leistung, als sie die höheren A-Jugend Hürden, die sie eigentlich erst in 2 Jahren läuft, in 9.69s überlief und sich überraschend für den Endlauf qualifizierte. Sie wurde 8. in 9.97s und kaum jemand bemerkte, dass sie die Hürden konstant bis ins Ziel mit dem "falschen" Schwungbein lief. Das muss man erst einmal können. Statt 7 Schritte bis zur ersten Hürde lief sie 8 Schritte. Wenn jetzt öfter die Hürden trainiert werden und Routine hinzu kommt, wird das nicht mehr passieren. Eine Medaille erkämpfte sie sich aber doch – als Schlussläuferin in der Staffel.
Levin Oziegbe (U20) startete als noch 15-Jähriger gegen die teils 3 Jahre älteren Gegner. Er sollte Erfahrung sammeln, lief die 60m und war mit 7.56s im Vorlauf flott unterwegs.
Alexander Hoppe (U20) hatte im Vorfeld erst einen Dreisprung-Wettbewerb absolviert, und sich damit für die Meisterschaften qualifiziert. Natürlich fehlt noch das spezielle Training und die richtige Technik. Mit 11,70m belegte Alexander den 6. Platz, lediglich 12cm fehlten zum 4. Rang.
Florian Reiß (U20) lief die 400m sehr schnell an – zu schnell wie sich herausstellte. Die Hälfte der Distanz durchlief er in ca. 24s. Auf den letzten 70m ließen die Kräfte nach und Florian wurde blau. Total erschöpft hörte er ca. 15m vor dem Ziel, in der Gewissheit keine Chance auf einen Medaillenplatz zu haben, fast auf zu laufen. Der 8. Platz in 53.55s entspricht so nicht seinem Leistungsvermögen. In der Silberstaffel lief Florian an Stelle 3.
Nils Stoya (U20) lief die Sprintstrecke in 7.92s. Danach freude über die Vizemeisterschaft mit der Staffel als Läufer Nummer 2!
Die weibliche 4x200m Staffel U20 lief in der Besetzung
Malin Brietzke, Sharin Oziegbe, Charlotte Bomert, Carolin Klupsch unerwartet auf Platz 3 in starken 1:47.79min, 2 Sekunden über Nordhessenrekord. Das hatten wir nicht erwartet, denn keines der Mädel ist Langsprinterin. Nur Malin ist A-Jugendliche, Sharin sogar noch W14-Schülerin. Eine starke Leistung des SSC-Quartetts mit einem 200m Schnitt unter 27s. Der Erfolg lag in der Ausgeglichenheit.

Silber sogar für unsere männliche Jungendstaffel U20, die trotz eines argen Wechselpatzers mit 1:35.99min um 1/100s die Norm für die „Deutschen“ unterbot! Das Team lief in der Besetzung
Peter Zink, Nils Stoya, Florian Reiss, Sven Eichel

Wir können stolz auf unseren Nachwuchs sein!